StartMonitoreLohnt sich HDR bei Gaming-Monitoren aktuell?

Lohnt sich HDR bei Gaming-Monitoren aktuell?

Um Videospiele genießen zu können, spielen nicht nur Hardware-Komponenten wie Grafikkarte und Arbeitsspeicher eine große Rolle. Auch die Wiedergabemedien darf man keineswegs unterschätzen.

Schließlich bringt dir ein echter Flaggschiff-Rechner rein gar nichts, wenn du keinen passenden Gaming-Monitor zur Verfügung hast, der Bildgewalt bietet. Hier kann die Auswahl zum Teil extrem kompliziert sein.

Schließlich gibt es eine Reihe verschiedener Modelle. Grundsätzlich gilt, dass Inhaber eines High-End-Gaming-PCs, einer PlayStation 5 oder einer Xbox Series X in diesem Bereich keine Kompromisse machen sollten.

Andernfalls wäre der Kauf von PC oder Konsole reine Geldverschwendung. Doch was ist wichtig bei einem Monitor?

Neben Auflösung, Panel-Typ und Bildwiederholfrequenz trifft man auf der Suche nach dem passenden Modell immer auch auf die drei magischen Buchstaben HDR.

Doch was steckt hinter der High Dynamic Range? Und ist diese für einen Gaming-TV oder -Monitor überhaupt wichtig? Das wollen wir im Folgenden einmal klären.

 

Was ist HDR eigentlich? – kurz und knapp

Die Abkürzung HDR steht für die sogenannte High Dynamic Range und ist für all diejenigen von euch von Interesse, die großen Wert auf lebendige Farben und hohe Kontraste legen.

Diese beiden Faktoren zusammengenommen sorgen dafür, dass man als Nutzer ein weit detaillierteres Bild geboten bekommt als es bei klassischen Monitoren mit Standard Dynamic Range (SDR) der Fall ist.

HDR-und-SDR-im-Vergleich

Doch woher kommt das? Bei Bildschirmen ohne HDR kämpft das Panel häufig mit einer ungleichmäßigen Helligkeit. Dabei hilft es nicht, die bloße Helligkeit zu steigern. Umgekehrt ist auch eine Reduktion nicht hilfreich.

Vielmehr spielen die Kontraste und damit die Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bestandteilen eine große Rolle.

Diese schaffen auch den Fokus auf Details. Als Lösung des Problems wurde von Bildschirmentwicklern HDR ins Leben gerufen.

lohnt sich HDR für einen Gaming Monitor
© Bildschirm.de

Die ersten Monitore, die dieses Feature boten, wurden im Jahr 2015 präsentiert. Als passenden Ort suchten sich die Unternehmen die Consumers Electronics Show (CES) in Las Vegas, USA.

Was vor einigen Jahren noch als nagelneue Premium-Technik galt, ist heute selbst in der oberen Mittelklasse gang und gäbe. Dies gilt nicht nur für Gaming-Monitore, sondern auch Fernseher.

 

Die verschiedenen HDR-Standards HDR400, HDR600 und HDR10 im Überblick

HDR ist nicht gleich HDR. Vielmehr gibt es mittlerweile unterschiedliche HDR-Standards, die sich in Einzelnen voneinander unterscheiden.

Insgesamt unterscheidet man im Bereich der HDR-Monitore und -TVs zwischen drei unterschiedlichen Standards. Aufsteigend handelt es sich hierbei um HDR400, HDR600 und HDR1000 bzw. HDR10.

 

VESA HDR-Standardmin. Helligkeit
HDR400400 Nits / 400 cd/m²
HDR500500 Nits / cd/m²
HDR600600 Nits / cd/m²
HDR1000 / HDR101000 Nits / cd/m²
HDR14001400 Nits / cd/m²

via displayhdr.org

 

Um den Kunden darauf hinzuweisen, prangt der entsprechende Standard in der Regel auch erkennbar bereits auf der Verpackung des Geräts.

Doch welche Unterschiede gibt es nun zwischen den unterschiedlichen Standards? Vereinfacht gesagt, steigt mit der Zahl auch die Qualität des HDR.

Die Zahl entspricht nämlich der maximalen Nit-Zahl und damit der höchstmöglichen Helligkeit, zu der das Panel in der Lage ist.

Während ein Monitor mit HDR400 maximal 400 Nits bietet, ist ein Bildschirm mit HDR1000 zu bis zu 1000 Nits Maximalhelligkeit in der Lage.

Da eine höhere Helligkeit auch bessere Kontraste zur Folge hat, sollte man für bestmögliches HDR nach Möglichkeit auch HDR1000 wählen.

 

Warum sollte man sich für HDR entscheiden?

Wieso ist es denn nun empfehlenswert, bei einem Gaming-Monitor zu Modellen mit HDR zu greifen.

Im Bereich des Gamings gilt die alte Weisheit: Haben ist besser als brauchen. Dementsprechend sollte man auch die Hardware seines Rechners oder der Konsole auf einen ebenbürtigen Monitor übertragen.

Eine leistungsstarke Grafikkarte ist problemlos dazu in der Lage, mit HDR-Inhalten umgehen zu können.

Hat man dann noch einen passenden Bildschirm dazu, macht sich der Unterschied zu herkömmlichen Monitoren mit SDR deutlich bemerkbar.

 So sorgen die höheren Kontraste und lebendigeren Farben für ein atmosphärisches Bild. Selbst Laien werden die Unterschiede zu SDR-Inhalten sofort bemerken.

Schließlich wirkt das Standardbild nicht nur dunkler, sondern regelrecht verwaschen und weniger lebendig.

Doch der Nutzen geht noch weiter. Das Ganze sieht nämlich nicht nur besser aus. Da man die Details besser erkennen kann, bekommt man auch spielerische Vorteile.

HDR beim Gaming Monitor
© Bildschirm.de

Während man in Shootern besser Gegner erkennen kann, lässt sich beispielsweise in Rollenspielen wichtiger Loot einfacher erkennen.

Wie eingangs erwähnt, verträgt sich ein Monitor mit HDR-Support aber nur bestens mit leistungsstarker Hardware.

Folglich musst du dir als Inhaber eines durchschnittlich starken PCs oder einer veralteten Konsole noch keinen HDR-Monitor kaufen.

Das wäre Geldverschwendung, da HDR-Inhalte ohnehin nicht auf den Monitor übertragen werden können.

Da HDR-Inhalte mittlerweile aber in der breiten Masse angekommen sind, ist es in den seltensten Fällen so, dass HDR nicht unterstützt wird. Halbwegs aktuelle Hardware wird dabei jedoch vorausgesetzt.

 

TV oder Monitor mit HDR-Unterstützung?

Während HDR bei Monitoren bereits einige Jahre verfügbar ist, ist das Feature bei Fernsehern noch vergleichsweise jung.

Drum stellt sich auch hier wieder die Frage, ob man sich auf der Suche nach einem HDR-Bildschirm für das eine oder das andere entscheiden sollte. Da beide Bauarten HDR bieten, sollte man die Entscheidung allerdings nicht davon abhängig machen.

Vielmehr spielen bei der Entscheidungsfindung andere Faktoren eine Rolle. In der Theorie ist also sowohl die Kombination aus PC und TV als auch die Verbindung zwischen Konsole und PS5-Monitor problemlos möglich. Doch beides hat seine Vor- und Nachteile.

So ist ein Fernseher schon allein aufgrund seiner bloßen Größe häufig die beliebtere Wahl. Insbesondere Gamer, die beim Gaming lieber auf Couch oder in Sessel sitzen, werden sich aufgrund des höheren Abstands zum Bildschirm über die größere Diagonale freuen.

Vor allem Multiplayer-Fans entscheiden sich dem Splitscreen zuliebe gerne für große TVs. Anders sieht es bei Monitoren aus. Diese sind in der Regel kleiner als Fernseher.

Sitzt man allerdings ohnehin am Schreibtisch, ist der Abstand zum Bildschirm geringer, weshalb eine kleinere Diagonale nicht ins Gewicht fällt.

In Disziplinen wie Reaktionszeit oder Bildwiederholfrequenz haben klassische Monitore wiederum die Nase gegenüber TVs vorn.

 

Unser Fazit – HDR ist nicht gleich HDR

Was ist nun das Resümee? Sollte man sich für einen Bildschirm mit HDR oder SDR entscheiden? Feststeht, dass du vor dem übereilten Kauf eines HDR-Monitors oder TVs zunächst deine Hardware überprüfen solltest.

Wenn diese ohnehin nicht dazu in der Lage ist, HDR-Inhalte an einen Bildschirm zu übertragen, wäre ein Kauf sinnlos. An dieser Stelle solltest du zunächst einmal deine Grafikkarte und Co. upgraden oder aber einen SDR-Monitor kaufen.

Stellt sich hingegen heraus, dass dein Gaming-PC oder deine Konsole zu HDR in der Lage ist, spricht nichts gegen einen Monitor oder TV mit HDR an Bord.

Achte beim Kauf darauf, dass HDR nicht gleich HDR ist. Sollte dein Budget nicht allzu begrenzt sein, greifst du nach Möglichkeit zu einem Top-Modell mit HDR1000.

Monitore mit HDR400 oder HDR600 sind HDR1000, was Helligkeit und Bildqualität betrifft, nämlich deutlich unterlegen.

 

Weiterführend:

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg
Schreibt seit 2022 für Bildschirm.de und interessiert sich schon immer für Games und Technik. Insbesondere auf die Wahl des richtigen Monitors und Fernsehers hat er seit seinem ersten Röhrenfernseher von Phillips immer großen Wert gelegt. Egal ob Gaming-Rechner, PS5 oder ein entspannter Heimkinoabend inklusive UHD-Bluray - der passende Bildschirm muss einfach sein!

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